Probiotische Lebensmittel: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Probiotische Lebensmittel: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Probiotische Lebensmittel haben einen sehr guten Ruf in Sachen Gesundheit. Ihnen werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen. So sollen probiotische Lebensmittel beispielsweise dein Immunsystem ankurbeln, Krankheiten vorbeugen und sich auch positiv auf dein Körpergewicht auswirken. Doch stimmt das alles?

In diesem Artikel versuchen wir, dir die wichtigsten Fragen zu probiotischen Lebensmitteln zu beantworten. Hier findest du eine Übersicht darĂŒber, was an probiotischen Lebensmitteln nun tatsĂ€chlich dran ist. Damit wollen wir dir dabei helfen herauszufinden, ob probiotische Lebensmittel fĂŒr dich geeignet sind.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Probiotische Lebensmittel enthalten gesundheitsfördernde Bakterien. Diese Bakterien wirken im Darm, wo sie die Darmflora unterstĂŒtzen und das Immunsystem stĂ€rken.
  • Probiotische Lebensmittel entstehen durch den Prozess der Fermentation. Dabei werden die gesunden probiotischen Bakterien in den Lebensmitteln vermehrt.
  • Probiotische Bakterien sind in Milchprodukten, fermentiertem GemĂŒse, FrĂŒchten und GetrĂ€nken zu finden. Das Wichtigste dabei ist, dass die Bakterien lebend eingenommen werden.

Probiotische Lebensmittel: Was du darĂŒber wissen solltest

Probiotische Lebensmittel gelten als sehr gesund. Sie sollen zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften haben, wie die natĂŒrlichen AbwehrkrĂ€fte zu stĂ€rken und die Darmflora aufzubauen. Ein gesunder Darm und ein starkes Immunsystem bewahren vor Krankheiten und tragen zu einer guten LebensqualitĂ€t bei.

Was sind probiotische Lebensmittel?

Probiotische Lebensmittel enthalten Bakterienkulturen, die den Verdauungsprozess ĂŒberleben und so in unseren Darm gelangen.

Das Wort "Probiotika" bedeutet "fĂŒr das Leben".

Dort können sie einen gesundheitsfördernden Effekt haben. Zu diesen Mikroorganismen zÀhlen nebst MilchsÀurebakterien auch Bifidobakterien und bestimmte Hefepilze.

Indem diese Bakterien dem Darm zugefĂŒhrt werden, verbessert sich die Darmflora. Dazu mĂŒssen die Mikroorganismen lebend im Darm ankommen. Dort können sie sich vermehren und die bereits vorhandenen Bakterienkulturen wieder aufbauen oder schĂ€dliche Kulturen ersetzen.

Die verschiedenen im Darm lebenden Bakterienarten sind wichtig fĂŒr die Verdauung und das Immunsystem. Dadurch wird der Körper vor Krankheiten geschĂŒtzt. Ein gesunder Darm trĂ€gt zu einem guten Immunsystem bei.

Probiotische Lebensmittel mĂŒssen von probiotischen PrĂ€paraten unterschieden werden. Probiotische PrĂ€parate sind NahrungsergĂ€nzungsmittel, welche eine Zusammensetzung von MilchsĂ€urebakterien enthalten. Probiotische Lebensmittel hingegen sind Nahrungsmittel, in welchen probiotische Bakterien auf natĂŒrlich Weise enthalten sind.

Stichwort Fermentation

Der Prozess, der die MilchsĂ€urebakterien in Lebensmitteln vermehrt und sie dadurch probiotisch macht, heißt Fermentation.

Fermentation wirkt sich positiv auf viele Eigenschaften der Lebensmittel aus. Hier haben wir dir eine kleine Übersicht zusammengestellt:

Eigenschaft der Lebensmittel Wirkung der Fermentation
Geschmack fermentiertes Essen schmeckt erfrischend sÀuerlich und ist lÀnger haltbar.
Verdauung durch die Fermentation ist das Essen leichter verdaulich und besser vertrÀglich.
EntzĂŒndungshemmend die probiotischen Bakterien haben eine entzĂŒndungshemmende Wirkung. (1)
Krankheiten vorbeugen MilchsĂ€urebakterien unterstĂŒtzen die Darmflora und beugen dadurch Krankheiten vor, die mit dem Darm in Verbindung stehen. (1)
Kalorienarm wÀhrend der Fermentation werden Kohlenhydrate abgebaut. Das reduziert die Kalorien und Kohlenhydrate im Lebensmittel.

Du siehst also, dass es sich durchaus lohnt, ab und zu fermentierte Lebensmittel zu essen.

Welche Wirkung haben probiotische Lebensmittel auf unsere Gesundheit?

Der positive Effekt von probiotischen Lebensmitteln auf die Gesundheit ist umstritten. Es gibt viele verschiedene Arten von MilchsÀurebakterien und ihr Effekt auf die Darmflora und das Immunsystem wird noch erforscht.

Die bereits durchgefĂŒhrten Studien ĂŒber fermentierte Lebensmittel geben Grund zur Annahme, dass fermentierte Speisen und GetrĂ€nke eine gesteigerte gesundheitsfördernde Wirkung haben im Vergleich zu nicht fermentiertem Essen. (2)

Einige MilchsĂ€urebakterien haben erwiesenermaßen einen positiven Effekt auf Durchfallerkrankungen. In einer Metastudie ĂŒber den Effekt von Probiotika auf gastrointestinale Erkrankungen wurde festgestellt, dass probiotische Bakterien generell wirksam sind in der Behandlung und PrĂ€vention von gastrointestinalen Krankheiten.

Allerdings wirken nicht alle probiotischen Bakterien auf alle Darmerkrankungen gleich. Die Art der Erkrankung und der jeweilige Bakterienstamm sollten stets aufeinander abgestimmt werden. (3)

Magendarmbeschwerde

Viele Menschen leiden unter Magendarmbeschwerden. Probiotika können Abhilfe schaffen. (Bildquelle: pixabay / Darko Djurin)

Was du nicht vergessen solltest, ist, dass viele der Studien sich auf probiotische PrĂ€parate beziehen. Bei probiotischen Lebensmitteln ist es schwieriger zu kontrollieren, welche StĂ€mme von MilchsĂ€urebakterien du zu dir nimmst. Der erwiesen positive Effekt von Probiotika ist nicht ohne EinschrĂ€nkungen auf probiotische Lebensmittel ĂŒbertragbar.

Sind probiotische Lebensmittel nach einer Antibiotikatherapie sinnvoll?

Probiotika werden hÀufig dazu verwendet, um Darmstörungen wÀhrend und nach einer Antibiotikatherapie zu reduzieren. Der Nutzen von Probiotika ist allerdings auch hier umstritten und wird noch erforscht.

In einer Metaanalyse wurde festgestellt, dass die Behandlung mit Probiotika tendenziell hilfreich ist, um Darmbeschwerden nach einer Antibiotikatherapie zu lindern. Die Probiotika können in einem Zeitraum bis zu vier Wochen eingenommen werden. (4)

Probiotische Lebensmittel können grundsĂ€tzlich ein fester Bestandteil deiner ErnĂ€hrung sein. Wenn du deine Darmflora nach einer Antibiotikatherapie wieder aufbauen möchtest, solltest du dich aber nicht nur auf die natĂŒrlich im Essen vorkommenden MilchsĂ€urebakterien verlassen. Am besten sprichst du mit deinem Arzt ab, ob und welche probiotischen PrĂ€parate du zu dir nehmen kannst.

Wann und fĂŒr wen ist die Einnahme von probiotischen Lebensmitteln sonst noch sinnvoll?

Mehrere Studien haben bestÀtigt, dass der Konsum von fermentierten Lebensmitteln die Gesundheit verbessern kann. Es gibt Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass probiotische Lebensmittel bei folgenden Beschwerden Linderung verschaffen können:

  • Laktoseintoleranz
  • Durchfall
  • EntzĂŒndung der Atemwege

Dieses gesundheitsfördernde Potential kommt daher, dass Probiotika die AbwehrkrĂ€fte und die entzĂŒndungshemmenden Reaktionen des Körpers aktivieren. (1)

Probiotisches Essen ist grundsÀtzlich eine gute Idee.

Insbesondere wenn du an Laktoseintoleranz leidest, könnte es sich fĂŒr dich lohnen, probiotische Lebensmittel zu dir zu nehmen. In einer Studie hat sich gezeigt, dass die Symptome von Laktoseintoleranz durch eine Behandlung mit Probiotika und Vitamin B6 gelindert werden können. (5)

Probiotische Lebensmittel sollten in jede gesunde und ausgewogene ErnÀhrung hineingehören. Denk allerdings daran, dass Probiotika eine ungesunde ErnÀhrung nicht wettmachen können.

Können probiotische Lebensmittel beim Abnehmen helfen?

Übergewicht hat eine mikrobielle Komponente. Die Zusammensetzung der BakterienstĂ€mme im Darm unterscheidet sich bei ĂŒbergewichtigen und nicht ĂŒbergewichtigen Menschen. (6)

Diese Erkenntnis legt nahe, dass man durch die Beeinflussung der Darmflora auch das Gewicht beeinflussen kann. TatsÀchlich gibt es Studien, die diese Annahme bestÀtigen. So kann beispielsweise die Einnahme eines probiotischen PrÀparats die Gewichtszunahme bei einer fettreichen ErnÀhrung einschrÀnken. (7)

Probiotische Bakterien wirken auf verschiedene Weisen gegen Gewichtszunahme:

Funktion Wirkung
Absorbierung von Fett hemmen Bestimmte Arten von MilchsĂ€urebakterien können die gesteigerte Ausscheidung von Fett unterstĂŒtzen. (8)
SĂ€ttigungsgefĂŒhl fördern Durch probiotische Bakterien kann die Bildung eines SĂ€ttigungs-Hormons gefördert werden. Dadurch wird weniger Nahrung eingenommen. (9)
Bauchfett reduzieren Durch Probiotika kann die Darmflora verÀndert werden. Damit lÀsst sich ein Protein, welches Fettablagerungen am Bauch reduziert, manipulieren. (10)

Beim Abnehmen mit Probiotika musst du unbedingt auf die Art der MilchsĂ€urebakterien achten. Ein probiotischer Joghurt, der mit den Bakterien Lactobacillus fermentum und Lactobacillus amylovorus versetzt wurde, kann das Körpergewicht erwiesenermaßen reduzieren. (11) Andere MilchsĂ€urebakterien können hingegen Gewichtszunahme sogar begĂŒnstigen. (12)

Beim Abnehmen mit Probiotika ist deshalb Vorsicht geboten. Außerdem solltest du auch beachten, dass die Studien, die eine positiven Effekt auf das Gewicht verzeichnen, meistens mit probiotischen PrĂ€paraten und nicht mit natĂŒrlichen probiotischen Lebensmitteln durchgefĂŒhrt wurden.

Wenn du deine ErnĂ€hrung umstellen möchtest, solltest du natĂŒrliche probiotische Lebensmittel miteinbeziehen. Eine ausgewogene ErnĂ€hrung trĂ€gt durchaus zu einem gesunden Körpergewicht bei.

Gibt es vegane probiotische Lebensmittel?

Die gesunden MilchsĂ€urebakterien sind nicht nur in Milchprodukten enthalten. Es gibt viele vegane Alternativen zu den probiotischen Milchprodukten. Fermentiertes GemĂŒse ist beispielsweise auch sehr reich an probiotischen Bakterien.

Wenn du dich vegan ernÀhrst, kannst du dich unter anderem durch folgende Lebensmittel mit probiotischen Bakterien versorgen:

  • Sauerkraut
  • sauren Gurken
  • Kimchi
  • Miso
  • Kombucha
  • Apfelessig
  • Tempeh

Das Wichtigste bei probiotischen Lebensmitteln ist, dass die MilchsÀurebakterien im Lebensmittel durch Fermentation vermehrt wurden und dass sie lebendig eingenommen werden.

Kann ich probiotische Lebensmittel selbst herstellen?

Im Grunde kannst du jedes Lebensmittel fermentieren und dadurch den Anteil an MilchsÀurebakterien darin erhöhen.

Du kannst ganz einfach selbst zu Hause Lebensmittel fermentieren.

Alles, was du beim Fermentieren tun musst, ist GemĂŒse, wie zum Beispiel Kohl oder Möhren, in StĂŒcke zu schneiden und mit etwas Salz in einem BehĂ€lter fĂŒr ein paar Wochen verschlossen stehenzulassen. Bei dem GĂ€rungsprozess der dadurch in Gang gesetzt wird, wandeln die MilchsĂ€urebakterien Zucker und StĂ€rke in MilchsĂ€ure um.

Können probiotische Lebensmittel Nebenwirkungen haben oder gefÀhrlich sein?

Probiotische Bakterien gelten generell als ungefÀhrlich. Trotzdem können in einigen FÀllen Nebenwirkungen durch die AktivitÀt von probiotischen Bakterien auftreten. Zu diesen Nebenwirkungen zÀhlen unter anderem:

  • Infektionen
  • gestörter Stoffwechsel
  • exzessive Stimulation des Immunsystems
  • gastrointestinale Störungen (13)

GrundsĂ€tzlich sollten allerdings bei natĂŒrlichen probiotischen Lebensmitteln keine langwierigen Folgen auftreten. Dabei solltest du immer auf deinen Körper hören. Wenn du merkst, dass du etwas nicht vertrĂ€gst, solltest du darauf verzichten.

Welche Lebensmittel sind probiotisch?

Viele natĂŒrliche Lebensmittel sind reich an MilchsĂ€urebakterien. Nahrungsmittel wie Sauermilchprodukte und mit MilchsĂ€urebakterien fermentiertes GemĂŒse haben einen hohen Anteil an probiotischen Bakterien.

Nachfolgend findest du eine Auflistung von Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an MilchsÀurebakterien haben.

Probiotische Milchprodukte

Milchprodukte, welche aus fermentierter Milch bestehen, sind besonders reich an MilchsĂ€urebakterien. Außerdem haben diese Lebensmittel den Vorteil, dass du sie in guter QualitĂ€t im Supermarkt erhalten kannst.

Du solltest bei der Suche nach probiotischen Milchprodukten immer darauf achten, dass diese nicht pasteurisiert sind. In pasteurisierten Produkten können die gesunden Bakterien nicht ĂŒberleben.

Joghurt

Joghurt wird aus durch MilchsÀurebakterien fermentierter Milch gewonnen. Am meisten Bakterien sind in naturbelassenem, nicht pasteurisiertem Joghurt enthalten.

ZusĂ€tzlich zu dem hohen Anteil an MilchsĂ€urebakterien, die fĂŒr den Darm von Vorteil sind, hat Joghurt noch andere gesundheitsfördernde Effekte. Es kann beispielsweise den Blutdruck senken. (14)

Joghurt

Joghurt ist eines der bekanntesten probiotischen Lebensmittel. Es hat viele Vorteile fĂŒr deine Gesundheit. (Bildquelle: unsplash / Sara Cervera)

Joghurt muss auch in der veganen ErnĂ€hrung nicht fehlen. Veganer können auf Soja- oder Mandeljoghurt als Alternative zum Milchprodukt zurĂŒckgreifen.

Kefir

Kefir ist ein Produkt aus Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch, welchem MilchsĂ€urebakterien und die sogenannte Kefirknolle hinzugefĂŒgt wird. Dadurch wird Milchzucker in MilchsĂ€ure umgewandelt und die Milch wird gegoren.

Kefir hat gegenĂŒber Joghurt den Vorteil, dass er fast laktosefrei ist. Dies macht Kefir zu einer unbedenklichen Wahr fĂŒr Menschen, die an einer Laktoseintoleranz leiden.

Kefir hat einen hohen Gehalt an Mikroorganismen, welche gegen Bakterien, Pilze und sogar gegen Tumore und Krebs wirken sollen, indem sie die AbwehrkrÀfte aktivieren. (15)

Als Alternative fĂŒr Veganer gibt es auch Wasserkefir. Dieser wird aus Wasser, Obst- oder GemĂŒsesaft hergestellt. Wie beim traditionellen Kefir werden der FlĂŒssigkeit MilchsĂ€urebakterien und die Kefirknolle zugesetzt.

KĂ€se

Nicht alle KĂ€sesorten enthalten probiotische Bakterien. Mozzarella, Cheddar, GruyĂšre, Gouda und Parmesan sind Beispiele fĂŒr probiotischen KĂ€se. In ihnen sind lebende MilchsĂ€urebakterien enthalten.

Mozarella

Die probiotischen Bakterien im Mozarella ĂŒberstehen sowohl die Verarbeitung als auch die Verdauung. (Bildquelle: unsplash / Sebastian Coman Photography)

In einer Studie wurde nachgewiesen, dass die probiotischen MilchsĂ€urebakterien, welche in Mozzarella enthalten sind, bei der Verarbeitung des KĂ€ses nicht absterben. Die Bakterien können außerdem die Verdauung teilweise ĂŒberleben und gelangen so in den Darm. (16)

Probiotisches GemĂŒse

Auch GemĂŒse kann MilchsĂ€urebakterien enthalten. Dazu muss es fermentiert werden. Beim GĂ€rungsprozess vermehren sich die probiotischen Bakterien, machen das GemĂŒse sĂ€uerlich und lĂ€nger haltbar.

Fermentiertes GemĂŒse ist eine gute Alternative zu probiotischen Milchprodukten fĂŒr Menschen, die sich vegan ernĂ€hren. Allerdings sollte fermentiertes GemĂŒse bei allen auf dem Speiseplan stehen. Die gesundheitsfördernden Effekte von fermentiertem Essen sind nĂ€mlich um einiges grĂ¶ĂŸer als im unverarbeiteten Zustand. (2)

GemĂŒse

GemĂŒse kann man ganz einfach zu hause selbst fermentieren. Dadurch wird es lĂ€nger haltbar und die gesunden MilchsĂ€urebakterien vermehren sich. (Bildquelle: unsplash / Brooke Lark)

Bei fermentiertem GemĂŒse solltest du stets darauf achten, dass es von guter QualitĂ€t und frisch ist. Dabei ist es leider manchmal der Fall, dass du dein probiotisches GemĂŒse nicht im nĂ€chsten Supermarkt kaufen kannst. Die gute Nachricht ist aber, dass du GemĂŒse auch leicht zu Hause selbst fermentieren kannst.

Saure Gurken

Auch saure Gurken enthalten probiotische Bakterien. Dabei musst du allerdings beachten, dass nur Gurken, die in Salzlauge eingelegt wurden, durch MilchsÀurebakterien gegoren wurden. Essiggurken enthalten keine lebenden MilchsÀurebakterien.

Sauerkraut

Sauerkraut entsteht durch die Fermentation von Kohl mithilfe von MilchsĂ€urebakterien, die bereits natĂŒrlich im Kohl vorkommen. Durch das Fermentieren wird der Kohl leichter verdaulich und der Gehalt von lebenden MilchsĂ€urebakterien wird gesteigert.

Du solltest Sauerkraut möglichst roh essen. Wenn das GemĂŒse zu stark erhitzt wird, sterben die kostbaren Bakterien schnell ab. Das Ziel von probiotischen Lebensmitteln ist schließlich, dass die MilchsĂ€urebakterien lebend im Darm ankommen.

Kimchi

Kimchi ist Sauerkraut nicht unĂ€hnlich. Bei Kimchi handelt es sich um ein koreanisches Gericht aus fermentiertem Kohl. Das GemĂŒse wird wĂ€hrend dem GĂ€rungsprozess zusĂ€tzlich noch gewĂŒrzt. Kimchi ist reich an MilchsĂ€urebakterien, Ballaststoffen, Proteinen und Vitaminen.

Andere probiotische Lebensmittel

Nebst fermentierten Milchprodukten und GemĂŒse gibt es auch noch andere Lebensmittel, welche die wertvollen MilchsĂ€urebakterien enthalten.

  • Kombucha: Kombucha ist Tee, der durch die Zugabe eines Hefepilz fermentiert wird. Durch diese GĂ€rung entsteht nebst Alkohol, Essig- und KohlensĂ€ure auch MilchsĂ€ure. Wenn du Kombucha aufgrund seines hohen Gehalts an probiotischen Bakterien trinken möchtest, solltest du darauf achten, dass er frisch ist. Ansonsten sterben die MilchsĂ€urebakterien ab und haben keinen Effekt mehr auf deine Darmflora.
  • Apfelessig: Apfelessig wird aus gegĂ€rten Äpfeln hergestellt. Auch wĂ€hrend dieses GĂ€rprozesses bilden sich MilchsĂ€urebakterien. Apfelessig hat noch viele weitere erwiesene Vorteile fĂŒr die Gesundheit. Ausserdem lĂ€sst er sich sehr leicht in eine ausgewogene ErnĂ€hrung einbauen.
  • Miso: Miso ist eine wĂŒrzige Paste aus der japanischen KĂŒche. Miso wird aus Soja und Getreide hergestellt. Durch MilchsĂ€urebakterien wird die Paste gegoren und entwickelt so ihren wĂŒrzigen Geschmack. Miso hat nicht nur einen hohen Anteil an MilchsĂ€urebakterien, sondern auch an Proteinen und Ballaststoffen.
  • Tempeh: Tempeh ist ein Produkt aus Soja, welches ebenfalls fermentiert wurde. Die Fermentation geschieht durch MilchsĂ€urebakterien, was Tempeh zu einer Quelle von probiotischen Bakterien macht. Abgesehen von den MilchsĂ€urebakterien ist Tempeh auch reich an Proteinen. Ähnlich wie Tofu kannst du auch Tempeh als Fleischersatz in deine ErnĂ€hrung miteinbeziehen.

Alternativen zu probiotischen Lebensmitteln

Es gibt einige Alternativen zu probiotischen Lebensmitteln. Nachfolgend findest du eine kleine Auflistung:

  • probiotische PrĂ€parate
  • Ballaststoffe
  • viel trinken

Wenn es dir schwerfĂ€llt, probiotische Lebensmittel in deine ErnĂ€hrung einzubauen, kannst du ganz einfach auf probiotische PrĂ€parate zurĂŒckgreifen. DarĂŒber solltest du dich allerdings zusĂ€tzlich informieren.

Du kannst diene Darmflora auch mit einer ballaststoffreichen ErnĂ€hrung unterstĂŒtzen. PrĂ€biotika, welche zu den Ballaststoffen zĂ€hlen, steigern das Wachstum und die AktivitĂ€t der Darmbakterien. PrĂ€biotika und Probiotika sind also ein gutes Team.

Womit du deinem Körper auch immer etwas Gutes tust, ist genĂŒgend Wasser trinken. Auch das kurbelt die Verdauung und den Stoffwechsel an.

Fazit

Probiotische Lebensmittel haben tatsĂ€chlich viel gesundheitsförderndes Potential. Sie wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Das hat wiederum viele gesundheitliche Folgen. Bei bestimmten Leiden, wie Laktoseintoleranz, Durchfallerkrankungen, EntzĂŒndungen und Übergewicht können probiotische Lebensmittel Linderung verschaffen.

Obwohl probiotische Lebensmittel durchaus eine positive Wirkung auf deine Gesundheit haben können, solltest du dich nicht alleine auf sie verlassen. In sinnvollen Mengen als Bestandteil einer ausgewogenen ErnÀhrung tragen probiotische Lebensmittel zu einem gesunden Körper bei.

Einzelnachweise

    Kok CR, Hutkins R. Yogurt and other fermented foods as sources of health-promoting bacteria. Nutr Rev. 2018;76(Suppl 1):4-15. Source Marco ML, Heeney D, Binda S, et al. Health benefits of fermented foods: microbiota and beyond. Curr Opin Biotechnol. 2017;44:94-102. Source Ritchie ML, Romanuk TN. A meta-analysis of probiotic efficacy for gastrointestinal diseases. PLoS One. 2012;7(4):e34938. Source Pattani R, Palda VA, Hwang SW, Shah PS. Probiotics for the prevention of antibiotic-associated diarrhea and Clostridium difficile infection among hospitalized patients: systematic review and meta-analysis. Open Med. 2013;7(2):e56-e67. Published 2013 May 28. Source Vitellio P, Celano G, Bonfrate L, Gobbetti M, Portincasa P, De Angelis M. Effects of Bifidobacterium longum and Lactobacillus rhamnosus on Gut Microbiota in Patients with Lactose Intolerance and Persisting Functional Gastrointestinal Symptoms: A Randomised, Double-Blind, Cross-Over Study. Nutrients. 2019;11(4):886. Published 2019 Apr 19. Source Ley RE, Turnbaugh PJ, Klein S, Gordon JI. Microbial ecology: human gut microbes associated with obesity. Nature. 2006;444(7122):1022-1023. Source Osterberg KL, Boutagy NE, McMillan RP, et al. Probiotic supplementation attenuates increases in body mass and fat mass during high-fat diet in healthy young adults. Obesity (Silver Spring). 2015;23(12):2364-2370. Source Ogawa A, Kobayashi T, Sakai F, Kadooka Y, Kawasaki Y. Lactobacillus gasseri SBT2055 suppresses fatty acid release through enlargement of fat emulsion size in vitro and promotes fecal fat excretion in healthy Japanese subjects. Lipids Health Dis. 2015;14:20. Published 2015 Mar 20. Source Yadav H, Lee JH, Lloyd J, Walter P, Rane SG. Beneficial metabolic effects of a probiotic via butyrate-induced GLP-1 hormone secretion. J Biol Chem. 2013;288(35):25088-25097. Source Aronsson L, Huang Y, Parini P, et al. Decreased fat storage by Lactobacillus paracasei is associated with increased levels of angiopoietin-like 4 protein (ANGPTL4). PLoS One. 2010;5(9):e13087. Published 2010 Sep 30. Source Omar K.M., Chan Y.M., Mitchell, Jones M. L., Prakash S. Jones P.J.H. Lactobacillus fermentum and Lactobacillus amylovorus as probiotics alter body adiposity and gut microflora in healthy persons. Journal of Functional Foods. 2013:5(1). Source Matthieu Million, Emmanouil Angelakis, Mical Paul, Fabrice Armougom, Leonard Leibovici, Didier Raoult. Comparative meta-analysis of the effect of Lactobacillus species on weight gain in humans and animals. Microbial Pathogenesis. 2012: 53(2). Source Doron S, Snydman DR. Risk and safety of probiotics. Clin Infect Dis. 2015;60 Suppl 2(Suppl 2):S129-S134. Source Dong JY, Szeto IM, Makinen K, et al. Effect of probiotic fermented milk on blood pressure: a meta-analysis of randomised controlled trials. Br J Nutr. 2013;110(7):1188-1194. Source de Oliveira Leite AM, Miguel MA, Peixoto RS, Rosado AS, Silva JT, Paschoalin VM. Microbiological, technological and therapeutic properties of kefir: a natural probiotic beverage. Braz J Microbiol. 2013;44(2):341-349. Published 2013 Oct 30. Source Ortakci F, Broadbent JR, McManus WR, McMahon DJ. Survival of microencapsulated probiotic Lactobacillus paracasei LBC-1e during manufacture of Mozzarella cheese and simulated gastric digestion. J Dairy Sci. 2012;95(11):6274-6281. Source
ZurĂŒck zum Blog
Vorheriger Beitrag

NĂ€chster Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden mĂŒssen.